Pohltherapie - Sensomotorische Körpertherapie nach Dr. Pohl

Wie Fußballer von der Pohltherapie profitieren - Reinhard Schleining im Interview

Die Körpertherapie im Fußball und im Sport - Pohltherapie Reinhard Schleining im Interview

Die Pohltherapie bietet vielfältige Anwendungsmöglichkeiten. Im Sport und im Fußball kann sie zu Leistungserhalt, Leistungssteigerung und Verletzungsprävention beitragen.

Der Pohltherapeut Reinhard Schleining behandelt seit vielen Jahren Sportler und insbesondere Fußballer. Im Interview erläutert er Erfahrungen aus der Praxis zu Hintergründen und Ursachen von Problemen und Behandlungsoptionen mit der Pohltherapie.


Herr Schleining, was sind die typischen Probleme von Fußballspielerinnen und -spielern, die in Ihre Praxis kommen?

Die sind tatsächlich sehr vielschichtig und betreffen nahezu die gesamten Bewegungsfunktionen. Angefangen bei den Füßen und Beschwerden nach Ermüdungsbrüchen oder nach Seitenwand- und Kapsel-OP, aber auch Fersensporn und Schmerzen am Fußrand zählen dazu. Dann die ‚Klassiker‘ im Unterschenkel wie wiederkehrende Beschwerden an der Achillessehne, Krämpfe, Muskelzerrungen bis zu Muskelfaser und –bündelrissen.

Sind nicht eher Knie und Oberschenkel die Dauerbrenner der Schmerzursachen?

Absolut! Hier behandeln wir sehr viel – und sehr erfolgreich - die Beschwerden nach Knie-Operationen, Schmerzen im Bänderapparat, Patellaspitzensyndrom und ähnliche Symptomatik. Im Oberschenkelbereich kommt es zudem sehr häufig zu Adduktorenbeschwerden, wiederkehrenden Krämpfen und Zerrungen.

Welche Körperteile und -funktionen können außerdem betroffen sein?

Fußballerinnen und Fußballer klagen sehr häufig über Beschwerden im Leistenbereich, leiden am Tractussyndrom, aber auch Krämpfe im Gesäß- und Hüftbereich sind nicht selten. Und natürlich der Rücken – von Spannungen im unteren und oberen Rücken bis zu Beschwerden nach Bandscheiben-Operationen werden therapiert.

Und nicht selten kommt es zu Schulter- und Nackenbeschwerden nach Stürzen oder Zweikämpfen.

Woher rühren diese Probleme?

Häufig sind die Schmerzen und Beschwerden Folgen einer Dauerkontraktion, die sich meist als gesamtes Muster (Start-Stopp-Traumamuster) durch den gesamten Körper ziehen. Außerdem gibt es unglaublich viele Körperfehlhaltungen - selbst bei erfahrenen Sportlerinnen und Sportlern - die dann in Kombination mit den schnellkräftigen Bewegungen beim Passen und Schießen zu Problemen führen, die oft chronisch werden.

Schmerzen und Bewegungseinschränkungen sind die Folge, teilweise sogar chronisch. Es können aber auch temporäre Ereignisse gewesen sein, die noch kein Spannungsmuster erzeugt haben, wie z.B. nach Sturz, Zweikampf oder Zusammenstoß.

Sind die Beschwerden altersabhängig? Also je älter, desto häufiger oder größer die Schmerzen?

Je älter die Spielerinnen und Spieler sind, desto mehr "Zeit" haben sie gehabt, Dauerkontraktionen aufzubauen und sich Körperfehlhaltungen anzugewöhnen.

Ich habe aber auch Zehnjährige in der Praxis, bei denen Beschwerden nach temporären Ereignissen auftreten oder in Folge von Körperspannungen etwa bei Leistungsdruck.

Das ist interessant – spielt also auch die Psyche eine Rolle?

Oh ja! Je größer der Leistungsdruck, desto mehr steigt die Körperspannung. Dies ist zum einem erwünscht, etwa als Wettkampfspannung, sollte aber nicht zur Qual werden und schon gar nicht in einen Dauerzustand übergehen.

Aber steigert der Druck nicht die Leistungsfähigkeit?

Im Gegenteil: Dies ist dann ganz klar leistungsmindernd! In diesem Fall gehört Spannung aus dem Körper genommen, dann begegnet man der Spannungsdruck-Situation angemessener, leichter und hat wieder Motivation und Spielfreude.

Zu großer, zu dauerhafter Leistungsdruck schlägt sich in Form von Dauerkontraktionen auf den Körper, welche durch Pohltherapie nachhaltig therapiert werden kann.

Was kann die Pohltherapie im Fußball leisten?

Wichtig ist zunächst, die Dauerkontraktionen zu lösen und die Körperfunktion so zu adaptieren, dass es nicht mehr zur Dauerkontraktion kommt. Das macht die Therapie umso nachhaltiger.

Zum anderen steigt mit Fortschritt der Therapie auch die Leistungsfähigkeit, da das Körperbewusstsein, die Flüssigkeit der Bewegung verbessert wird. Der Spaß am Fußball, die Motivation und das Selbstvertrauen steigen.

Welches Verfahren wenden Sie dabei genau an?

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass eine einzelne Maßnahme nicht ausreicht, um sowohl die Körperspannungen zu lösen als auch ein ‚neues‘ Körperbewusstsein zu erlangen. Dazu wenden wir unter anderem die Schmerzpunkttherapie, eine Behandlung des Bindegewebes sowie sensomotorische Übungen an. Alles mit dem Ziel, dass Lernprozesse stattfinden, sowohl auf der mentalen wie auf der körperlichen Ebene, die dann nicht nur in den Sport, sondern auch in den individuellen Alltag eingearbeitet werden.

Was können Fußballer selbst leisten?

Am besten wäre, wenn das Körperbewusstseinstraining in jedes Aufwärmprogramm integriert werden würde, damit die Muskeln gar nicht erst wieder in eine Dauerspannung geraten. Es hilft, bei Bewegungseinschränkungen, leichten wiederkehrenden Verspannungen zur/zum Pohltherapeutin/en zu gehen, um individuelle Muster aufzubrechen.

Das klingt, als wären die Ansätze nicht nur für Sportler mit Beschwerden anwendbar?

Absolut richtig! Es gibt sehr viele funktionale Erkrankungen von Stimm- und Sprechstörungen, Herz-, Magen- Darm- und Blasenbeschwerden, Tinnitus, Schwindel, Atemstörungen und viele Bewegungsstörungen natürlich, aber auch psychosomatische Störungen, die sich hervorragend behandeln lassen.

Herr Schleining, vielen Dank für diese Infos.


Zusätzliche Infos über Adduktorenschmerzen bei Fußballern finden Sie hier.

Auf unserem Youtube-Kanal finden Sie wohltuende Übungen zur Linderung vieler verschiedener Beschwerden.

Übungen und Selbstbehandlungen, die genau auf Ihren speziellen Fall  zugeschnitten sind, kann Ihnen ein/e Pohltherapeut/in zeigen. Diese finden Sie in unserem Therapeutenverzeichnis.


Über Reinhard Schleining:

Reinhard Schleining, Jahrgang 1978, hat nach einer längeren Odysse in der Pohltherapie eine Lösung für seine Probleme und Leiden gefunden. Das war Anlass, selbst eine Ausbildung zum Pohltherapeuten zu machen. Mehr zu seiner Praxis in Wien unter www.pohl-therapie.at.

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